crazylilly: (fb - Basti & Lukas)
[personal profile] crazylilly
Titel: Verdachtsmomente
Rating: PG13
Pairing: Lukas Podolski/Bastian Schweinsteiger
Wortzahl: ca. 1850
Disclaimer: Alles nur ausgedacht! Ich kenne keine der Personen persönlich.
Zusammenfassung: Warum kann er Bastian auf einmal nie erreichen? Und was bedeuten die SMS auf Bastians Handy? - Irgendwas stimmt hier nicht. Da ist sich Lukas ganz sicher.
Anmerkung: Nach mehr als 10 Jahren Fanfiktionlesen habe ich mich doch tatsächlich mal an das Schreiben getraut. Vielen Dank an Moni für das Ermuntern, Händchenhalten und Beta-Lesen. Ohne Dich gäbe es diese Story nicht!


Verdachtsmomente

"Eine Fernbeziehung ist für mich keine Beziehung“
L. Podolski



"Schlaf schön, träum süss, Basti. Ich freue mich schon auf morgen. XO“

XO? XO? Was bitte schön hieß XO? Und überhaupt? Wer schrieb seinem Bastian eine derartige SMS?

Dem ersten Impuls folgend, wollte Lukas das Telefon sofort wieder auf den Tisch zurücklegen. Schließlich waren sie nicht verheiratet. Auf der anderen Seite führten Bastian und er seit fast zwei Jahren eine exklusive Beziehung. Zumindest war er bisher davon ausgegangen!

Er hatte sich so gefreut, als Bastian vorhin endlich vor seiner Tür gestanden hatte. Ein kleiner Luxus, der ihnen viel zu selten vergönnt war. Aber offensichtlich hatte jemand – oder in diesem Fall ganz konkret Louis van Gaal ein Einsehen mit ihnen gehabt. Bastian musste erst am nächsten Tag der Mannschaft nach München folgen und durfte die Nacht nach dem Spiel in Leverkusen bei Lukas verbringen.

Und dann hatte Bastian den halben Abend damit verbracht, eintreffende SMS zu beantworten. Dabei sahen sie sich doch ohnehin schon zu selten. So sehr es ihn ja für Bastian und die den FC Bayern München freute, dass sie in der Champions League so weit gekommen waren. Nur langsam aber sicher ruinierten diese permanenten englischen Wochen sein Liebesleben.

Und wenn er sich die vielen SMS so ansah, dann vielleicht nicht nur das? Sondern gleich ihre ganze Beziehung?

Am Ende siegte die Neugier – und das Wissen, dass Bastian ohnehin noch mindestens dreißig Minuten im Bad verbringen würde. Das erste Mal in seinem Leben war Lukas froh, dass Bastian länger zum Duschen und Stylen seiner Haare brauchte, als jede Frau, die er kannte. Gut, dass waren jetzt nicht so viele, aber trotzdem.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch beschloss Lukas, herauszufinden wer ihren kostbaren Abend mit einer Flut von SMS ruiniert hatte.

Mario!?

*****

"Lukas! Was machst Du denn hier? Und warum klingelst Du? Hast Du Deinen Schlüssel vergessen? Weiß Bastian, dass Du kommst? Aber dann…“

Sarah stockte kurz.

"Ach, jetzt komm doch erst mal rein!“

Zögernd folgte Lukas ihr in die Wohnung. Sarahs Verhalten irritierte ihn. Warum schob sie ihn so schnell in Richtung der Küche? Und warum schaute sie immer wieder den Flur in Richtung der Schlafzimmer hinunter?

Irgendwas stimmte hier nicht. Hatte sein Gefühl ihn vielleicht doch nicht getäuscht? Sarah neigte zwar immer dazu viel zu viel zu reden, aber diese Begrüßung, war selbst für ihre Verhältnisse zu viel des Guten. Es war fast als … wollte sie etwas verbergen?

"Seid ihr nicht schon unterwegs nach Sizilien? Bastian hat erzählt, dass ihr schon eher los fahrt.“, nahm Sarah das Gespräch wieder auf.

"Naja, fast. In vier Tagen geht es los.“

Inzwischen waren sie in der Küche angelangt.

"Fahren Louis und Monika auch mit?“, fragte Sarah während sie direkt auf die Espressomaschine zusteuerte. "Willst Du auch einen?“

"Nee danke. Lass mal. Und ja. Moni und Louis kommen mit. So ganz begeistert ist Moni zwar nicht. Es wird anstrengend die ganze Zeit Theater zu spielen. Aber ich wollte noch ein paar Tage mit Louis verbringen. Schließlich sehe ich ihn danach ja so lange nicht mehr.“

Das laute Zischen der Espresso-Maschine ließ das Gespräch kurzzeitig verstummen.

Nach einem Moment setzte sich Sarah mit ihrem Espresso an den Tisch. Für Lukas hatte sie eine Cola aus dem Kühlschrank genommen.

"Ich würde ja viel lieber einen richtig schönen Latte Macchiato trinken. Aber offensichtlich war Mario schneller. Und er hat mal wieder die Maschine nicht gereinigt. Und ich hasse es, wenn ich nicht weiß, wann die Dampfdüse das letzte Mal gesäubert wurde. Was bin ich froh, dass Bastian normalerweise zu faul ist die Milch aus dem Kühlschrank zu holen und deshalb nur Espresso trinkt. Da muss ich wenigstens nichts putzen. Oder mich darüber ärgern, dass die Herren das nicht auf die Reihe bekommen.“

Irgendwie schien Sarah heute zu Monologen zu tendieren. Und warum bitte schön hatte sich Mario mit der Espresso-Maschine in Sarahs und Bastians Küche einen Latte Macchiato gemacht? Was hatte er überhaupt hier zu suchen? War er vielleicht gerade jetzt in der Wohnung?

"Mario?“, fragte er ganz vorsichtig.

"Ja Mario. Neuerdings ist der dauernd hier. Manchmal habe ich den Eindruck, der wohnt jetzt hier. Ich verstehe ja, dass er von Silvia genervt ist. Verstehen tun die beiden sich ja schon lange nicht mehr. Aber wenn er hier noch länger dauernd rumhängt, dann hat auch Bastian bald keine beste Freundin mehr, die selbstlos seine Freundin spielt. Soll er doch sehen, wo er dann eine Frau herbekommt, die brav in jede Kamera lächelt und nichts dafür verlangt.“

"Mario wohnt hier?“, fragte Lukas vorsichtig nach.

"Naja, noch nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass er hier mir Zeit verbringt als in seinen eigenen vier Wänden.“

"Aha.“

Zu einer anderen Antwort war Lukas nicht in der Lage. Er wollte es noch immer nicht glauben. Doch langsam aber sicher wurde das Bild immer klarer. Die SMS, die vielen Fotos von Mario, die Lukas auf Bastians Handy gefunden hatte.

"… und ständig sind sie gemeinsam unterwegs. Wenn sie nicht aufpassen, dann wird das langsam zu offensichtlich. Und dann können Silvia und ich auch nicht mehr helfen.“

Lukas spürte, wie in ihm die Übelkeit hochkroch. Wie oft hatte er in den letzten Wochen bei Bastian zu Hause angerufen und niemanden oder Sarah erwischt? War Bastian da etwa immer mit Mario unterwegs gewesen? Er hatte es ja geahnt. Aber die Bestätigung tat trotzdem so unendlich weh.

"Aber ich habe sowieso den Eindruck, dass er da gar keinen Wert mehr drauf legt. Er hat mich nicht mal zur Eröffnung des Strenesse-Shops mitgenommen. Dabei wollte ich da doch unbedingt hin. Aber nein, er geht mit Mario hin. Und dann auch noch ausgerechnet zum Gärtnerplatz. Gerade da hätte er mich mitnehmen sollen. Die beiden alleine mitten im Schwulenviertel von München? Nicht sehr clever, wenn du mich fragst. Und weißt du, was er hinterher zu mir meinte? Er hatte einfach vergessen hat mir Bescheid zu sagen. Vergessen! Kannst du dir das vorstellen?“

Langsam schüttelte Lukas den Kopf. Er wollte es einfach nicht glauben. Aber es konnte keine andere Erklärung mehr geben. Bastian und Mario. Bis vor ein paar Wochen hätte er niemals gedacht, dass Bastian ihn betrügen würde. Klar wusste er schon lange, dass Mario und Bastian ganz dicke waren. Sie hatten einfach eine Menge gemeinsamer Interessen. Naja, eigentlich nur zwei – Mode und Partys. Aber die waren offensichtlich ausreichend.

Gegen seinen Willen sah er wieder und wieder die Bilder aus dem Video zum Strenesse-Shooting vor seinem inneren Auge vorbei ziehen. Mario und Bastian beim Anprobieren der Sachen, miteinander im Pool, zusammen im Whirlpool. So vertraut.

"Ich habe ja jahrelang alles mitgemacht. Erst seine ständig wechselnden Männer, dann nach der EM auf einmal dich. Immer habe ich brav in die Kameras gelächelt und meine Aufgabe erfüllt. Und ich habe es gern gemacht. Und weißt du warum? Weil er mein bester Freund ist und immer Zeit für mich hatte, wenn ich ihn brauchte. Aber jetzt? Ich sehe ihn ja kaum noch. Weißt du, wann wir das letzte Mal etwas zusammen unternommen haben?“, Sarah sah Lukas mit großen Augen an.

Noch bevor er reagieren konnte, fuhr sie fort. "Ich auch nicht. So lange ist das schon her."

Es reichte. Lukas musste einfach wissen, was los war.

"Sarah!“, unterbrach er ihren Redefluss. "Wo ist Bastian?“

"Im Schlafzimmer! Den ganzen Nachmittag sind Mario und er schon da drin. Die beiden haben wirklich nur noch eines im Sinn. Und seit dem Strenesse -Shooting letzte Woche ist alles nur noch schlimmer geworden. Da hat Bastian schon mal einen Nachmittag trainingsfrei und ich freue mich schon die ganze Woche darauf, ein bisschen Zeit mit meinem besten Freund zu verbringen. Aber nein…“

Irgendwo nach "Schlafzimmer“, "Mario“ und "ganzer Nachmittag“ hatte Lukas Sarah ausgeblendet. Bastian und Mario waren im Schlafzimmer. Im Schlafzimmer. Den ganzen Nachmittag schon. Gemeinsam. Allein!

"Lukas, was ist denn? Du siehst aber ganz schön blass aus. Ein Glück, dass ihr in den nächsten Wochen in die Sonne kommt. Du siehst wirklich aus, als könntest du die dringend brauchen.“

Noch während Sarah redete, stand Lukas ganz langsam auf und bewegte sich in Richtung der Küchentür. So ganz sicher, was er jetzt tun wollte oder sollte, war er nicht. Eigentlich wollte er nur noch weg. Wäre er doch bloß zu Hause geblieben!

Doch kurz bevor er die Wohnungstür erreichte, drehte er sich um und ging den langen Flur entlang bis zur Schlafzimmertür. Er weigerte sich daran zu denken, wie viele glückliche und leidenschaftliche Stunden er in genau diesem Zimmer mit Bastian verbracht hatte. Und jetzt war er schon den ganzen Nachmittag mit Mario da drin.

Vor der Tür hielt er noch einmal kurz inne. Wollte er wirklich sehen, was da vor sich ging? Ihm wurde schon bei dem Gedanken daran ganz schlecht. Auf der anderen Seite musste er jetzt Gewissheit haben. Allein schon der Gedanke daran, dass in der nächsten Woche die Vorbereitungen für die WM begannen und er fast acht Wochen mit Bastian und Mario verbringen würde – verbringen musste, ließ ihm zusammenzucken. Dabei hatte er sich so auf diese Zeit gefreut. Auf die Chance endlich wirklich Zeit mit Bastian zu verbringen. Zusammen.

Vorsichtig öffnete er die Tür.

"Bastian, jetzt verkrampf dich doch nicht so. Sonst wird das nie was.“

Wie bitte? Wie bitte?

Lukas war sich nicht sicher, ob er wirklich sehen wollte, was die beiden im Schlafzimmer im Bett? miteinander machten. Aber jetzt war er so weit gegangen. Und wie sagte seine Oma immer so schön? Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Entschlossen stieß er die Tür auf.

Das Bild, das sich ihm bot, ließ das Blut in seinen Adern gefrieren. Bastian saß auf dem Bett und hatte sich nach hinten auf seinen Ellbogen aufgestützt – sein T-Shirt hatte er noch an, die Hose lag achtlos beiseite geworfen neben dem Bett. Mario kniete vor ihm.

Als Bastian ihn bemerkte wurden seine Augen immer größer und er versuchte Mario von sich wegzuschieben.

"Bastian, könntest du bitte mal stillhalten?“ Mario klang genervt.

"Oh, Lukka, was machst Du denn hier? Ich dachte, du wolltest die letzten Tage vor dem Trainingslager noch Moni und Louis besuchen?“

Langsam drehte sich auch Mario um und grinste ihn an. "Hallo Lukas. Wir haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen.“

Wie konnten die beiden so ruhig bleiben? Und ganz normal mit ihm sprechen? Langsam ließ er seinen Blick noch einmal über die beiden schweifen. Bastian saß noch immer auf dem Bett. Mario kniete noch immer vor ihm. Und in der Hand hielt er…

"Und? Siehst du jetzt was ich meine?“

Lukas hatte gar nicht mitbekommen, dass Sarah neben ihm in der Tür stand.

"Er lässt sich von Mario sogar die Fußnägel lackieren. Das durfte ich nie. 'Was sollen die anderen in der Mannschaft von mir denken', hat er immer gesagt. Scheint jetzt keine Rolle mehr zu spielen. Und schau dich mal um! Klamotten über Klamotten. Ständig ziehen die beiden durch die tollsten Boutiquen …“

Lukas spürte, wie in ihm ein erleichtertes Lachen aufstieg.

Er hatte sich vier Wochen lang total verrückt gemacht, hatte Bastian nachspioniert und war an einem seiner letzten freien Tag vor der WM extra nach München gefahren.

Und warum? Weil Bastian eine neue beste Freundin hatte!



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